Wenn der Chef Ingwer bestellt
Du führst ein kleines oder mittleres Unternehmen. Der Krankenstand nagt am Tagesgeschäft. Betriebsliches Gesundheitsmanagement (BGM) klingt bürokratisch. Fakt ist: Fehlzeiten kosten Zeit, Geld und Nerven. In diesem Text zeige ich Zahlen, nenne Kosten und beschreibe eine pragmatische Idee: Wie ein gefüttertes Immunsystem — zum Beispiel mit Ingwer oder Bio Ingwersaft als Teil eines Programms — den Krankenstand senken kann. Keine Heilsversprechen. Nur nüchterne Überlegungen für Unternehmer, die handeln wollen.
Analyse: Krankenstand und Erkältungen
Der Krankenstand stieg in den letzten Jahren sichtbar an. Die DAK ermittelte für 2023 einen Krankenstand von 5,5 Prozent; das heißt: an jedem Arbeitstag waren im Mittel 55 von 1.000 Beschäftigten krankgemeldet. DAK-Gesundheitsreport 2023. (DAK Gesundheit Home)
Die amtlichen Daten zeigen unterschiedliche Maße: Destatis meldet zuletzt durchschnittlich 14,8 Arbeitstage pro Erwerbsperson (je nach Erhebung variiert der Wert zwischen 15 und über 20 Tagen). Destatis – Krankenstand. (Destatis)
Atemwegserkrankungen (Husten, Schnupfen, Erkältungssyndrome) machen einen relevanten Anteil der Fehlzeiten aus. Der Fehlzeitenreport nennt für 2022 einen Anteil von etwa 17 Prozent an allen Fehltagen; andere Erhebungen sprechen von rund einem Fünftel. [WIdO Fehlzeitenreport / BKK-TK-Analysen]. (Wido)
Volkswirtschaftlich sind die Kosten hoch. Die BAuA schätzt die Folgen der Arbeitsunfähigkeit (Wertschöpfungsverluste) auf mehrere hundert Milliarden, konkrete Schätzungen nennen Ausfälle in dreistelliger Milliardenhöhe für 2022/2023. [BAuA – Kosten der Arbeitsunfähigkeit]. (BAuA)

Was bedeutet das für dein Unternehmen?
Kurz: Jeder Tag, an dem ein Mitarbeiter fehlt, schlägt unmittelbar auf Produktivität und Führungskosten. Für ein KMU mit 50 Mitarbeitern können bereits wenige zusätzliche Fehltage pro Kopf spürbare Lohn- und Ersatzkosten bedeuten. Unternehmen können an drei Stellschrauben drehen: Prävention, Organisation (Vertretungen, Schichtplanung) und Wiedereingliederung. BGM ist nicht Luxus. Es ist Kostenmanagement.
In Deutschland ist es relativ einfach zu überschlagen:
Während der ersten 6 Wochen einer Krankheit zahlt der Arbeitgeber weiterhin 100 % des Gehalts plus Arbeitgeber-Sozialabgaben (Entgeltfortzahlung). Erst danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. (Konverta)
Für den Arbeitgeber entspricht ein Krankheitstag daher ungefähr den vollen Arbeitskosten pro Tag
Grundannahmen für eine realistische Rechnung
- Arbeitgeberkosten ≈ Bruttogehalt + ca. 20–22 % Arbeitgeberanteil Sozialversicherung
- Monat ≈ 21 Arbeitstage
Beispielrechnung pro Krankheitstag
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Monatsbrutto |
Arbeitgeberkosten / Monat |
Kosten pro Arbeitstag |
|
2.500 € |
ca. 3.025 € |
≈ 144 € / Tag |
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3.500 € |
ca. 4.235 € |
≈ 202 € / Tag |
|
5.000 € |
ca. 6.050 € |
≈ 288 € / Tag |
Faustregel:
- 2.500 € brutto → ~140–150 € pro Krankheitstag
- 3.500 € brutto → ~200 € pro Krankheitstag
- 5.000 € brutto → ~280–300 € pro Krankheitstag
Was dabei NICHT berücksichtigt ist
Die echten Kosten für Unternehmen sind oft deutlich höher, weil zusätzlich entstehen können:
- Produktivitätsverlust
- Überstunden anderer Mitarbeiter
- Ersatzpersonal / Leiharbeit
- organisatorische Kosten
Deshalb schätzen Studien oft, dass ein Krankheitstag insgesamt 1,5–3× so teuer sein kann wie der reine Lohn (je nach Job und Branche).
✅ Kurz gesagt:
Ein Mitarbeiter mit 3.500 € brutto kostet den Arbeitgeber grob etwa 200 € pro Krankheitstag, solange die Entgeltfortzahlung läuft.
Kann Ingwer hier helfen? Pragmatik statt Dogma
Ingwer ist kein Medikament und kein Ersatz für medizinische Vorsorge. Forschung und Ernährungsfachstellen sehen Ingwer als Lebensmittel mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen und einer langen Tradition als Hausmittel gegen Übelkeit und leichte Beschwerden. Das heißt: Ingwer kann als Bestandteil einer gesundheitsbewussten Ernährung sinnvoll sein — nicht mehr, nicht weniger. (Neutraler Überblick: [PubMed/Literatur zu Gingerolen], weitere Infos bei Gesundheitsinstitutionen). (Statista)

Für Unternehmer ist die relevante Frage: Lässt sich Ingwer als einfache, akzeptierte Maßnahme in ein praktikables BGM einbinden — so, dass es Mitarbeitende motiviert, das Immunsystem im Alltag zu unterstützen? Antwort: Ja, unter Vorbehalt. Als Teil eines umfassenden Präventionspakets (Bewegung, Stressmanagement, Pausen, geprüfte Hygiene, Impfangebote) kann die regelmäßige Bereitstellung gesunder Optionen einen psychologischen und praktischen Effekt erzielen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Konkrete Bausteine: BGM mit Ingwer — praktikabel und bezahlbar
-
Ingwertee-Station in der Kantine oder Teeküche
Frischer Ingwer, heißes Wasser, kleine Hinweise zur Zubereitung. Geringe Kosten, hohe Sichtbarkeit. -
Morgens: Ingwer-Shots als Angebot
Freiwillig, optional. Kleine Portionen Bio Ingwersaft (oder milder verdünnt). Eignet sich als Signal: Das Unternehmen investiert in Gesundheit. -
Information kurz und knapp
Flyer oder digitales Bulletin: Was Ingwer ist, was er kann und was nicht. Keine Heilversprechen. Verweis auf wissenschaftliche Quellen. -
Integration in Kantinenmenü
Ingwer in Suppen, Dressings, Smoothies — als Bereicherung, nicht als Verpflichtung. -
Evaluation
Vorher/nachher: Fehlzeitenstatistik, Zufriedenheitsumfragen. Ziel: Messbare Indikatoren, keine Anekdoten.
Grobe Kostenschätzung (Beispielrechnung)
-
Annahme: KMU, 50 Mitarbeitende.
-
Kosten Ingwer/Kaffee-Ersatz: 50–200 € pro Monat, je nach Qualität und Bezugsweg.
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Einsparpotenzial: Selbst kleine Reduktionen von Fehlzeiten (0,1–0,5 Tage pro Kopf/Jahr) amortisieren die Maßnahme schnell — weil der produktive Tag mehr wert ist als die Materialkosten. (Konservative Schätzung; jede Firma ist anders.)
Für die makroökonomische Perspektive: Hohe Krankenstände verursachen echte volkswirtschaftliche Verluste; jede betriebliche Prävention ist also ein Beitrag zur Stabilisierung von Produktion und Personal. [Verschiedene Quellen zu Kosten und volkswirtschaftlichen Effekten]. (VFA)
Ein Arbeitgeber kann die Kosten für Bio-Ingwersaft für Mitarbeiter grundsätzlich steuerlich geltend machen. Entscheidend ist, unter welcher steuerlichen Kategorie die Bereitstellung fällt. Es gibt zwei relevante Modelle im deutschen Steuerrecht
1. Betriebliche Gesundheitsförderung (§ 3 Nr. 34 EStG)
Die wichtigste gesetzliche Grundlage ist:
- § 3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz (EStG) – Steuerfreie Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung.
Dieser Paragraph erlaubt Arbeitgebern:
- bis zu 600 € pro Mitarbeiter und Kalenderjahr
- steuer- und sozialversicherungsfrei
- zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn
für Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustands und zur Prävention bereitzustellen.
Umfang der steuerfreien Förderung
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Zeitraum |
Betrag |
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pro Mitarbeiter / Jahr |
bis 600 € steuerfrei |
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pro Monat (theoretisch umgerechnet) |
ca. 50 € |
Voraussetzungen:
- Leistung zusätzlich zum Gehalt
- Maßnahme dient Gesundheitsförderung / Prävention
- Orientierung an den Handlungsfeldern der gesetzlichen Krankenkassen (§§ 20 und 20b SGB V).
Typische Beispiele:
- Ernährungsprogramme
- Präventionskurse
- Stressmanagement
- gesundheitsfördernde Programme im Betrieb
Umsetzung: Drei einfache Schritte für dich als Unternehmer
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Entscheide dich: Klein anfangen. Eine Woche Ingwertee, sichtbar platziert.
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Kommuniziere kurz: Warum das Angebot, freiwillig und transparent. Keine Wunder, nur Unterstützung.
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Messe: Fehlzeiten und Mitarbeitenden-Feedback nach drei und sechs Monaten.
Risiken, Datenschutz, rechtliche Hinweise
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Keine medizinischen Versprechen.
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Kostenübernahme, freiwilliger Charakter, Allergien kennzeichnen.
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Dokumentation von Gesundheitsdaten nur gemäß Datenschutzrecht. Bei Unsicherheit: Betriebsarzt oder Rechtsberatung einschalten.
Fazit
BGM ist handwerklich. Ingwer ist kein Allheilmittel. Aber er ist ein günstiges, akzeptiertes Element eines präventiven Angebots. Wer kleine Dinge konsequent tut — klare Kommunikation, Freiwilligkeit, Evaluation — reduziert das Risiko von krankheitsbedingten Arbeitsausfällen und stärkt zugleich die Unternehmenskultur. Für Unternehmer zählt: klug handeln, sparsam investieren, Ergebnis messen.
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Quellen (Auswahl)
-
WIdO / Fehlzeitenreport (Atemwegserkrankungen Anteil). (Wido)
-
BAuA – Kosten der Arbeitsunfähigkeit und Wirtschaftseffekte. (BAuA)
-
BKK / TK Berichte zu Atemwegserkrankungen und Krankschreibungen. (ZDFheute)
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